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Corinna Busch
Spotlight

Das Bundeskanzleramt und die Promis – Teil 1

Ich werde häufiger gefragt wie das denn eigentlich anfing mit diesen ganzen prominenten Menschen, die ich getroffen habe……..Schuld daran ist Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl. Ende der achtziger Jahre herrschte in Deutschland ein absoluter Mangel an Ausbildungsplätzen . Helmut Kohl beschloss daraufhin, das Bundeskanzleramt müsse auch etwas tun und junge Menschen ausbilden.

Ich stand damals kurz vor dem Abitur und überlegte, was danach zu tun sei. Direkt zur Uni oder vorher eine Ausbildung? Aber welche? Die Vorstellung, jeden Tag in eine Bank oder Versicherung zu rennen (was damals unter Abiturienten sehr ‚in‘ war) löste in mir keinerlei Begeisterung aus. Ich las von Kohls Plänen in der Zeitung und fand, dass das Bundeskanzleramt in Bonn der einzig angemessene Ort für die Ausbildung einer Blondine sei. Ich schickte – wie Hunderte andere auch – eine Bewerbung los und bekam tatsächlich eine Einladung zu einem Auswahlverfahren. Einige Wochen später saß ich vor einer fünf-köpfigen, ausschließlich männlich besetzten Auswahlkommission im Bundeskanzleramt.

Die fünf Herren musterten mich ausgiebig. Ich musterte zurück. Nachdem sie meine Personalien abgefragt hatten, wollten sie wissen, warum ich denn die Richtige für eine Ausbildung im Bundeskanzleramt sei und was ich alles lernen wolle. Ich hatte bereits früh gelernt, dass ich Fragen, auf die ich keine für mich selbst zufrieden stellende intelligente Antwort parat habe, einfach überhöre und antwortete mit einer Gegenfrage: ‚Was erwartet mich denn hier so alles und wie sehen die Ausbildungsinhalte aus‘?

Die fünf Herren schauten sich ratlos an. Sie hatten absolut keine Ahnung. Seit Kohl’s Beschluss war alles so schnell gegangen, dass die Inhalte und Ausbildungspläne noch in Bearbeitung waren. Am Ende des Tages waren wir alle davon überzeugt, dass wir in unserer Ahnungslosigkeit glänzend zusammen passten und beschlossen, es miteinander zu versuchen. Ich erhielt im Bundeskanzleramt einen von zwei Ausbildungsplätzen im Verwaltungsdienst und verbrachte etwas über drei Jahre in der Regierungszentrale.

Ich bin bis heute von Herzen dankbar dafür, was ich in dieser Zeit alles lernen, sehen und erleben durfte. Es waren spannende Jahre, in denen es irgendwann normal war, morgens unter mein Auto zu schauen und nach verdächtigen Drähten Ausschau zu halten – ja, damals waren die Zeiten in Bezug auf mögliche Anschläge für Bedienstete der Regierungszentrale ähnlich brisant wie leider heute auch. Jeden Morgen bildeten sich lange Schlangen bei der Einfahrt ins Kanzleramt, da jeder Wagen durchleuchtet und kontrolliert wurde.

Aber nun bin ich wirklich ins plaudern geraten  – wie das also anfing mit den ‚Prominenten‘ – das werde ich beim nächsten Mal erzählen….

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