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Corinna Busch
Spotlight

Das Bundeskanzleramt und die Promis – Teil 2

Wenige Wochen nachdem ich meine Ausbildung begonnen hatte sagte mein Ausbildungsleiter eines Tages zu mir, dass er zu einem Geburtstagskaffee eingeladen sei und ich solle ihn begleiten. Wir machten uns auf den Weg in Richtung Kanzlerbau. Nachdem wir auf endlosen Fluren entlang und durch verschiedene Sicherheitstüren hindurch gegangen waren, öffnete er auf einmal eine Bürotür und vor mir stand Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl.

Um ihn herum sprangen Dr. Eduard ‚Carbonara‘ (sein Spitzname) Ackermann, dessen Sekretärin Frau Schneeberger, von Ackermann liebevoll ‚Schneechen‘ genannt, Horst Teltschik (damals Leiter der Abteilung „Auswärtige und innerdeutsche Beziehungen“) und einige andere. Eduard Ackermann feierte seinen 60. Geburtstag und es war eine muntere Truppe, die um ihn versammelt war.

Ich traf den Bundeskanzler zum ersten Mal persönlich, ließ mir meine Überraschung nicht anmerken und trompete ein fröhliches ‚Guten Tag Herr Bundeskanzler‘. Dann saßen wir alle auf großen Sofas um das Geburtstagskind herum, sangen fröhliche Lieder und aßen fette Sahnetorte. Wo war ich da nur gelandet? Ich muss zugeben, es war ein bisschen surreal, als Abiturientin auf einmal in dieser Runde zu sitzen – aber so fing das alles an.

Von da an war es für mich normal, täglich mit prominenten Menschen, Staatspräsidenten und Königen dieser Welt mal mehr oder weniger zu tun zu haben. Meine Ausbildungsleiter erkannten mein organisatorisches Talent und ich wurde – entgegen so einiger Vorschriften – in die Organisation diverser Kanzlerfeste mit eingebunden – wo ich unter anderem für die Betreuung der prominenten Gäste zuständig war. Ich lernte neben vielen anderen Dingen die Unterschiede zwischen ‚großer und kleiner Lage‘ kennen und hatte öfters das für mich große Vergnügen, mit Hannelore Kohl zu tun zu haben. Eine wunderbare und sehr warmherzige Frau.

Wann immer ich den Bundeskanzler traf, erkundigte er sich stets nach dem Stand der Ausbildung. Im letzten Ausbildungsjahr sagte er zu mir: „Mädchen, sehen Sie zu, dass Sie einen guten Abschluss machen, das ist wichtig im Leben“. Obwohl manchmal zur Bequemlichkeit neigend, sah ich ein, dass ich den Bundeskanzler schlecht enttäuschen konnte…..er ließ sich die Zeugnisse stets vorlegen!

Nach meinen Abschluss wurde es jedoch Zeit für mich weiter zu ziehen. Und nachdem ich fünf Jahre damit verbracht hatte Jura zu studieren und das Staatsexamen zu machen, landete ich bei meinem zweiten, außergewöhnlichen Chef:

TV Entertainer Harald Schmidt. Doch darüber plaudere ich ein anderes Mal….

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